Hochtouren-Vorbereitung: Spaltenbergung und Gehen mit Steigeisen sicher erlernen
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Hochtouren-Vorbereitung: Spaltenbergung und Gehen mit Steigeisen sicher erlernen

Hochtouren-Vorbereitung: Ausrüstung, Gehen mit Steigeisen und Spaltenbergung (Lose Rolle) – so startest du sicher ins ewige Eis.

Lesezeit

3 Min.

Von der Wanderung ins ewige Eis: Deine Vorbereitung auf die erste Hochtour

Alpen bei Sonnenaufgang
Der Traum vom Gipfel beginnt mit der richtigen Technik.

Der Wind pfeift, die Luft ist dünn und unter dir knirscht das Gletschereis. Eine Hochtour ist die Königsklasse des Bergsteigens – und ein Erlebnis, das süchtig macht. Doch wer die markierten Wanderwege verlässt und sich auf Gletschern bewegt, betritt ein Gelände mit ganz eigenen Spielregeln.

Vielleicht hast du schon einige Gipfel erklommen und träumst nun von den 3000ern und 4000ern der Alpen. Doch Achtung: Spaltenstürze und vereiste Flanken verzeihen keine Fehler. Deshalb ist es essenziell, dass du nicht nur fit bist, sondern auch das handwerkliche Rüstzeug beherrschst: den sicheren Umgang mit Steigeisen und die Rettungstechniken im Ernstfall.

Sicherheitshinweis

Dieser Artikel dient der theoretischen Vorbereitung und ersetzt keinen praktischen Kurs! Das Üben von Spaltenbergung muss unter fachkundiger Anleitung (z. B. Bergführer) in sicherem Gelände stattfinden.

Dein Werkzeugkasten für das Eis

Bevor wir zur Technik kommen, werfen wir einen Blick auf deine Ausrüstung. Auf einer Hochtour bist du im Gegensatz zum Sportklettern mit viel mehr Material konfrontiert, das du blind bedienen können musst.

Die Must-Haves am Gletscher

  • Steigeisen (80–200 €): angepasst an deine steigeisenfesten Bergschuhe (Körbchen- oder Kipphebelbindung).
  • Eispickel (60–150 €): dein wichtigstes Werkzeug zum Stützen, Bremsen und für die Selbstarretierung.
  • Klettergurt (50–100 €): ein leichter Hochtourengurt, der auch mit Rucksack und dicker Kleidung sitzt.
  • Gletscher-Set (40–80 €): Reepschnüre, Karabiner, Eisschrauben und Schlingen für die Bergung.
  • Seil (80–180 €): ein imprägniertes Einfachseil (meist 50–60 m) für die Seilschaft.

Sicher auf Zacken: Gehen mit Steigeisen

Das erste Mal Steigeisen an den Füßen zu haben, fühlt sich oft staksig an. Viele Anfänger machen den Fehler, zu eng zu gehen, was dazu führt, dass sich die Zacken in der Hose verhaken – eine klassische Stolperfalle. Die goldene Regel lautet: breitbeinig gehen, wie ein Cowboy!

Die drei Grundtechniken der Steigeisentechnik

Technik
Gelände
Ausführung
VertikalzackentechnikFlaches bis mäßig steiles EisAlle Zacken werden plan aufgesetzt. Maximale Reibung.
FrontzackentechnikSteile Aufschwünge & EiskletternNur die vorderen Zacken werden ins Eis getreten. Wadenmuskulatur wird stark beansprucht.
HybridtechnikMittleres Gefälle & TraversenEin Fuß setzt frontal, der andere plan (vertikal) auf.

Pro-Tipp für den Abstieg

Gehe beim Bergabgehen leicht in die Knie und setze die Füße plan auf. Vertraue den Zacken! Wer ängstlich auf den Fersen rutscht, riskiert eher einen Sturz.

Der Ernstfall: Spaltenbergung und Seilmanöver

Auf dem Gletscher seid ihr fast immer in einer Seilschaft unterwegs. Doch das Seil allein rettet niemanden – ihr müsst wissen, was zu tun ist, wenn der Vordermann plötzlich im Boden verschwindet.

In der Sekunde des Sturzes zählt nur eines: den Sturz halten! Wirf dich in den Schnee, ramme die Steigeisen ins Eis und stemme dich dagegen.

Erfahrene Bergführer-Weisheit

Ablauf einer Spaltenbergung (Schritt für Schritt)

Vorbereitungsplan: So wirst du fit für die erste Hochtour

Technik und Kondition baust du am besten über mehrere Wochen parallel auf. Dieser Plan bringt dich Schritt für Schritt an deine erste Hochtour heran:

In 6–8 Wochen zur ersten Tour

  1. Grundlagenausdauer: 1–2 lange Bergwanderungen pro Woche mit 800–1.200 Höhenmetern, am besten mit Rucksack.
  2. Kraft & Stabilität: 2× pro Woche Beine, Rumpf und Waden trainieren – das hilft besonders bei der Frontzackentechnik.
  3. Technik im Kurs: Steigeisengehen, Pickeleinsatz und Spaltenbergung in einem Gletscher- oder Hochtourenkurs üben.
  4. Trittsicherheit testen: schwarze Bergwege (T4/T5) und leichte Klettersteige, um Schwindelfreiheit zu festigen.
  5. Akklimatisation: vor der Tour eine Nacht auf der Hütte schlafen, um dich an die Höhe zu gewöhnen.
  6. Tour & Wetter wählen: mit einem leichten Einsteigergipfel starten – das Breithorn (4.164 m, Zermatt) ist der klassische Einstieg für Gletscheranfänger; die Wildspitze (3.774 m, Ötztal) ist eine anspruchsvollere Variante für Ambitioniertere mit guter Kondition.

Tipp

Plane den ersten Gletscherkontakt bewusst mit Bergführer oder in einem Kurs. So sammelst du Höhenmeter und Routine, ohne ins Risiko zu gehen – und weißt danach, worauf du selbst achten musst.

Warum YouTube-Tutorials nicht reichen

Du kannst dir tausend Videos zur „Losen Rolle“ ansehen – wenn du bei minus 10 Grad im Wind stehst, Handschuhe trägst und das Adrenalin pumpt, ist alles anders. Knoten müssen sitzen, Handgriffe müssen automatisiert sein. Ein Hochtourenkurs oder Gletscherkurs bietet dir die sichere Umgebung, diese Szenarien realistisch zu simulieren, ohne dich in Gefahr zu bringen.

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