Windenkurs Gleitschirmfliegen
Im Windenkurs erlernst du das Starten per Seilwinde im Flachland. Diese zusätzliche Startberechtigung eröffnet dir neue Flugmöglichkeiten abseits der Berge – ideal für Piloten aus norddeutschen Regionen.
Dies ist eine Informationsseite zum Kurs-Thema. Buchbare Kurse findest du über die Kurssuche.
Fliegen ohne Berge
Der Windenkurs eröffnet dir eine völlig neue Dimension des Gleitschirmfliegens: das Starten per Seilwinde im Flachland. Statt einen Berg hinaufzusteigen, wirst du von einer stationären Winde an einem Stahlseil auf Höhen von 300 bis 600 Metern geschleppt und klinkst dich anschließend aus, um frei zu fliegen. Diese Technik macht das Gleitschirmfliegen auch dort möglich, wo es keine Berge gibt – auf Feldern, Wiesen und ehemaligen Flugplätzen.
Die Windenstart-Berechtigung ist eine Zusatzqualifikation, die du als Ergänzung zu deinem A-Schein oder B-Schein erwerben kannst. In einem kompakten Kurs von 1–2 Tagen lernst du die spezielle Starttechnik, das korrekte Ausklinken und alle relevanten Sicherheitsverfahren. Die Kursgebühr liegt üblicherweise bei 200–350 €, inklusive Windenbenutzung und Seilkosten.
Typische Windengelände im deutschsprachigen Raum sind zum Beispiel das Gelände in Hambergen nördlich von Bremen (flaches Norddeutsches Tiefland, ganzjährig nutzbar) sowie der Windenflugbetrieb im Raum Leipzig/Halle (Freistaaten Sachsen und Sachsen-Anhalt, gut erreichbar für Piloten aus Mitteldeutschland). Beide Standorte stehen exemplarisch für ein dichtes Netz an Windengeländen, das vom DHV gelistet wird – die beste Thermik gibt es dort in der Regel von April bis Oktober.
Highlights
- •Fliegen auch ohne Berge – ideal für Piloten aus dem Flachland
- •Erreichen von Flughöhen bis 600 Meter per Seilwinde
- •Kompakter Kurs an nur 1-2 Tagen
- •Erweiterung deiner fliegerischen Fähigkeiten und Startoptionen
- •Zugang zu Windenstart-Geländen in ganz Deutschland
- •Besonders im Norden und Osten Deutschlands verbreitete und beliebte Startart
Voraussetzungen
- •Gültiger A-Schein (beschränkter Luftfahrerschein) oder mindestens fortgeschrittene Ausbildung in Absprache mit der Flugschule
- •Sichere Beherrschung von Start, Flug und Landung
- •Erfahrung mit Kurvenflügen und Landeeinteilung
- •Gültige DHV-Mitgliedschaft mit Haftpflichtversicherung
- •Eigene oder geliehene Ausrüstung, die für Windenstarts geeignet ist (der Schirm muss eine gültige Windentauglichkeitserklärung haben)
- •Normale körperliche Fitness
Kursablauf
1. Theoretische Einführung
Der Kurs beginnt mit einer gründlichen theoretischen Einweisung in die Besonderheiten des Windenstarts:
- •Funktionsweise der Winde: Aufbau der Schleppwinde, Seiltypen (Stahlseil oder Kunststoffseil), Sollbruchstelle und Seilkraft
- •Starttechnik: Phasen des Windenstarts – Anrollen, Beschleunigung, Steigphase, Übergang in den Horizontalflug
- •Ausklinken: Normales Ausklinken am Seilende, vorzeitiges Ausklinken bei Störungen, automatisches Ausklinken bei Überschreiten eines bestimmten Winkels
- •Sicherheitsverfahren: Verhalten bei Seilriss, Seitenwind während des Schlepps, zu hoher oder zu niedriger Schleppkraft
- •Zeichengebung: Kommunikation zwischen Pilot, Windenfahrer und Startleiter per Funk und Handzeichen
- •Platzordnung: Regeln am Windengelände, Startrichtung, Wartebereich, Landeordnung
2. Bodenübungen und Trockentraining
Bevor es in die Luft geht, werden die spezifischen Handgriffe am Boden geübt:
- •Einklinken: Korrekte Befestigung des Schleppseils an der Klinke am Gurtzeug
- •Startposition: Richtige Aufstellung mit Schirm und Seil, Körperhaltung beim Windenstart
- •Notausklinken: Wiederholtes Üben des Klinkengriffs, damit der Handgriff im Ernstfall sitzt
- •Kommunikation: Üben der Funksprüche und Kommandos („Pilot bereit", „Seil straff", „Start frei")
3. Erste Windenstarts (Niedrigschlepps)
Deine ersten Windenstarts erfolgen mit reduzierter Schleppkraft und auf niedrige Höhen:
- •Niedrigschlepps auf 30-80 Meter: Du lernst das besondere Startgefühl des Windenstarts kennen – die schnelle Beschleunigung und das steile Steigen
- •Ausklinken auf niedriger Höhe: Kontrolliertes Ausklinken und Übergang in den Freiflug
- •Landeanflug: Kurze Freiflugphase mit anschließender Landung im Zielbereich
- •Nachbesprechung: Nach jedem Start werden Ablauf und eventuelle Korrekturen besprochen
4. Hochschlepps auf volle Höhe
Mit zunehmender Sicherheit wird die Schlepphöhe gesteigert:
- •Schlepps auf 200-500 Meter: Du erlebst den vollen Windenstart mit allen Phasen – vom Anrollen bis zum Ausklinken in großer Höhe
- •Steigflug-Steuerung: Korrekte Gewichtsverlagerung und Bremseneinsatz während des Steigens, Reaktion auf Seitenversatz
- •Ausklinken und Freiflug: Nach dem Ausklinken hast du je nach Höhe und Bedingungen mehrere Minuten Freiflugzeit
- •Simulierter Seilriss: Dein Fluglehrer lässt den Windenfahrer den Zug abrupt reduzieren, damit du das korrekte Verhalten bei einem Seilriss übst (Nase runter, Fahrt aufnehmen, Situation beurteilen)
- •Landeeinteilung: Eigenständige Landevolte und Ziellandung aus der Windenstarthöhe
5. Abschluss und Berechtigungseintrag
Nach erfolgreichem Abschluss aller Übungsstarts erhältst du den Berechtigungseintrag:
- •Mindestens 10-20 erfolgreiche Windenstarts (je nach Kursanbieter)
- •Nachweis eines sicher durchgeführten simulierten Seilrisses
- •Eintrag der Windenstart-Berechtigung in dein Flugbuch und den Ausbildungsnachweis
Was ist im Kurs enthalten?
- •Theoretische Einweisung in die Windenstarttechnik und Sicherheitsverfahren
- •Praktische Starts an der Seilwinde (10-20 Starts je nach Kurs)
- •Bodenübungen und Trockentraining
- •Seilkosten und Windenbenutzung
- •Leihausrüstung nach Absprache (Klinke, ggf. Gurtzeug und Schirm)
- •Berechtigungseintrag in Flugbuch und Ausbildungsnachweis
- •Funkbetreuung während der Flüge
Für wen ist dieser Kurs geeignet?
Der Windenkurs richtet sich an alle Gleitschirmpiloten, die ihre Startmöglichkeiten erweitern möchten. Er ist besonders interessant, wenn du:
- •Im Flachland lebst und nicht für jeden Flugtag in die Berge fahren möchtest
- •In Norddeutschland oder anderen bergfernen Regionen wohnst und regelmäßig fliegen willst
- •Dein Können erweitern möchtest – der Windenstart ist eine anspruchsvolle Technik, die dich als Pilot weiterbringt
- •An Winden-Fluggeländen in deiner Umgebung fliegen möchtest, die oft über günstige Thermikbedingungen verfügen
- •Im Verein aktiv bist und an Gemeinschafts-Flugbetrieb mit Winde teilnehmen möchtest
Wichtig: Du solltest bereits sicher am Berg starten und landen können. Der Windenstart ist eine Ergänzung, kein Ersatz für die klassische Bergstart-Ausbildung.
Nach dem Kurs
- •Regelmäßiges Windenfliegen: Nutze Windengelände in deiner Region für regelmäßige Flugpraxis – viele Vereine bieten wöchentlichen Flugbetrieb an
- •Streckenflüge aus dem Flachland: Bei guter Thermik sind auch aus dem Windenstart Streckenflüge möglich – eine besondere Herausforderung
- •Vereinsmitgliedschaft: Viele Windengelände werden von Vereinen betrieben – eine Mitgliedschaft sichert dir regelmäßige Flugmöglichkeiten
- •Weiterbildung: Sicherheitstraining (SIV), Thermikkurse oder B-Schein-Vorbereitung lassen sich ideal mit der Windenstartpraxis kombinieren
Gleitschirm-Aufbaukurse: welcher bringt dich weiter?
Die wichtigsten Spezialkurse nach dem Grundkurs
Aufbaukurs | Fokus | Voraussetzung | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|
| Groundhandling | Schirmkontrolle am Boden | keine (auch vor A-Schein sinnvoll) | ab 150 € |
| Windenkurs | Startart per Seilwinde (Flachland) | A-Schein bzw. Absprache | 200–350 € |
| Thermikkurs | Thermik nutzen, länger oben bleiben | B-Schein empfohlen (min. A + Praxis) | ab 400 € |
Keine Skills gefunden
Versuche es mit anderen Suchkriterien
Häufig gestellte Fragen
Passende Anbieter & Kurse finden
Anbieter und buchbare Kurse zu diesem Thema
Nach Region suchen