
Klettersteig-Einstieg: Welche Schwierigkeit ist sicher fürs erste Mal?
A, B oder C: Die Klettersteigskala entscheidet über sicher oder überfordert. Welche Schwierigkeit für Einsteiger passt und was du brauchst.
Veröffentlicht am
31. Mai 2026
Lesezeit
2 Min.
Inhaltsverzeichnis
Klettersteig-Einstieg: Was dich erwartet
Klettersteige verbinden Wandern mit Klettern: Du bewegst dich an gesicherten Pfaden durch steiles Felsgelände, mit Stahlseil und Leitern als Hilfe. Das klingt aufregend - und ist es auch. Aber: Klettersteige haben ihre eigenen Risiken, und der wichtigste Fehler ist, sich zu überschätzen. Dieser Guide zeigt dir, welche Schwierigkeit für den Einstieg sicher ist und worauf du achten musst.
Ein geführter Einsteiger-Klettersteigkurs kostet meist 80–200 € pro Person, die Ausrüstung ist oft leihweise dabei. Wer zum ersten Mal auf einen Klettersteig geht, ist mit einer geführten Tour klar besser dran als solo.
Klettersteig-Schwierigkeiten: Was bedeuten A bis F?
Klettersteige werden nach der UIAA-Klettersteigskala in Schwierigkeiten von A bis F eingestuft. Für Einsteiger sind A (leicht) und B (mässig schwer) die richtigen Einstiegskategorien.
Die Schwierigkeitsskala im Überblick
- •A (leicht): Flache Stahlseilpassagen, kaum Kletterei. Gut für Wanderer ohne Vorerfahrung.
- •B (mässig schwer): Steilere Passagen, Kletterei erforderlich. Kondition und Schwindelfreiheit nötig.
- •C (schwer): Senkrechte bis überhängende Passagen, Kraft gefragt. Vorerfahrung Pflicht.
- •D (sehr schwer): Nur für erfahrene Klettersteiggeher, anspruchsvolle Wandpassagen.
- •E/F (extrem schwer): Spitzenbereich, oft senkrecht bis überhängend über grosse Strecken.
- •Kombikategorien wie A/B oder B/C: Der Steig enthält Abschnitte beider Schwierigkeiten.
Empfehlung für Einsteiger
Starte mit einem A- oder A/B-Klettersteig. Viele bekannte Einsteigersteige in den Alpen und Dolomiten haben diese Bewertung. Beispiel: Klettersteig Innsbruck (A/B), Zirbenweg Klettersteig (A). Mit einem Kurs an der Seite eines Guides kannst du auch als völlig Ungeübter einen B-Steig angehen.
Welche Ausrüstung brauchst du?
Pflicht-Ausrüstung für Klettersteige
- Klettersteigset (Y-förmiges Sicherungsset mit Karabinern) - kein Ersatz!
- Klettergurt (kein Hüeftgurt vom Kajakfahren - einen richtigen Sitzgurt)
- Helm - Steinschlag ist real, Kletterhelm schützt
- Handschuhe (schützen Handflächen am Stahldraht)
- Bergschuhe mit steifer Sohle (keine Wandersandalen)
- Wasser und Energie: Klettersteige brauchen mehr Kraft als Wandern
Klettersteig-Technik: Worauf kommt es an?
Die wichtigste Technik beim Klettersteig ist das korrekte Umsichern mit dem Klettersteigset: Immer einen Karabiner eingehängt lassen, bevor du den zweiten aushängst. Viele Unfälle passieren, weil Einsteiger beide Karabiner gleichzeitig aushängen. Ein guter Klettersteigkurs übst das mit dir so lange, bis es automatisch geht.
Gewitterstürmen ausweichen
Klettersteige führen durch freies Felsgelände - bei Gewitter bist du dort extrem exponiert. Prüfe vor jeder Tour die Wettervorhersage. Wenn Gewitter ab Mittag erwartet werden: früh starten und spätestens um 12 Uhr zurück im sicheren Bereich sein.
Empfehlenswerte Einstiegssteige für Anfänger
Statt dich im Callout mit Namen zu begnügen, hier vier gut geeignete Einstiegssteige mit konkreten Infos:
Vier Einstiegssteige auf einen Blick
- •Klettersteig am Grünstein (Bayern, Berchtesgaden) – Schwierigkeit A/B, ca. 2 h Gehzeit, kurz und aussichtsreich. Ideal für den allerersten Klettersteig-Ausflug.
- •Klettersteig Tegelberg (Allgäu) – Schwierigkeit B, ca. 3 h, überschaubare Länge, gute Erreichbarkeit mit Seilbahn und gut beschilderter Rückweg.
- •Zirbenweg-Klettersteig (Ötztal, Österreich) – Schwierigkeit A, einfache Sicherungspassagen, für Familien geeignet. Kein Höhenerlebnis ohne echte Sturzgefahr.
- •Klettersteig Innsbruck (Nordkette) – Schwierigkeit A/B, per Seilbahn anfahrbar, eine der bekanntesten Einsteiger-Optionen der Alpen. Wetterumschwünge mittags häufig – früh starten.
Saison beachten
Klettersteige in den Alpen sind von Mitte Juni bis Ende September am besten begehbar. Im Frühjahr können Schneereste und Nasseis gefährliche Rutschwege schaffen – auch auf als 'leicht' eingestuften Steigen. Informiere dich immer beim lokalen Tourismusbüro über die aktuelle Wegsituation.
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